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Rotholz

Rotholz



Als Rotholz oder auch Brasilholz wird im allgemeinen das Holz der Baumarten aus der Gattung der Caesalpinien (Caesalpina) bezeichnet. Der Begriff "Rotholz" wird aber auch für andere rote Hölzer verwendet.

Rotholzarten

Sappanholz, auch Ostindisches Rotholz oder Japanholz genannt, ist das Kernholz eines kleinen, dornigen Baumes (Caesalpinia sappan) von 3 bis 5 m Höhe. Die Blätter dieses Baumes sind zweifach gefiedert und haben eine oval-Längliche Form. Die Blüten sind gelb. Der Baum kann auch kultiviert werden. Die genannten Bezeichnungen werden allgemein auf die asiatischen Rothölzer angewendet; dabei kann das Ursprungsland unterschiedlich sein (Siam, China, Japan, Cochinchina, Philippinen, Celebes, Java, etc.).

Echtes Brasilienholz oder Bahiarotholz wird aus dem Kernholz der Caesalpina brasiliensis gewonnen. Diesen Baum findet man in den Küstenregionen Brasiliens.

Das Pernambukholz wird aus dem Kernholz einer hölzernen Liane mit einer Höhe von 10 m gewonnen, die im tropischen Amerika heimisch ist (vor allem im Norden Brasiliens und in Jamaika). Das Pernambukholz ist das farbstoffreichste Rotholz. Pernambuco ist der Name einer Region im Nordosten Brasiliens.

Das Santa-Martaholz oder Nicaraguaholz wird aus dem Kernholz eines ca. 30 m hohen Baumes mit gelben Blüten gewonnen. Dieser Baum in den Wäldern der Sierra Nevada de Santa Marta (Magdalena, Nordkolumbien) und bei Nicoya an der Küste Nicaraguas heimisch.

Das Brasilietteholz, Bahamarotholz oder Jamaikarotholz wird in Mexiko, Mittelamerika, Kolumbien, Venezuela, Guayana, Jamaika, den Bahamas und den Antillen gewonnen.



Nutzung und Geschichte

Aus dem Kernholz der Rothölzer wird ein wichtiger Farbstoff gewonnen, das Brasilin, in den Extrakten findet sich außerdem Brazilein (C16H12O5); die Farbstoffe zählen zu den Neoflavanoiden. Der Farbstoff wurde schon im alten Peru, von den Maya und den Azteken verwendet. Auch Heraclius in seinem Werk De Coloribus et Artibus Romanorum (12. - 13. Jahrhundert) erwähnt die Verwendung von Brasilholz zum Färben und zur Herstellung von Farblacken. Rotholz bzw. Rotholzlacke gelten als ein natürliches organisches Farbmittel in der abendländischen mittelalterlichen Buchmalerei. Im Mittelalter vor der Entdeckung Amerikas kam das Rotholz vornehmlich über die Seidenstraße aus Ostindien. Dieser Handelsweg wurde um 1450 unterbrochen, da die Türken Konstantinopel eroberten. Die Verwendung von Rotholz war daher in diesem Zeitraum sehr eingeschränkt. Nach der Entdeckung Amerikas wurde das Rotholz von dort in großen Mengen importiert. Da die Färbungen mit Rotholz nicht lichtbeständig waren, wurde die Verwendung bald wieder eingeschränkt.

Die Farblacke haben unterschiedliche Bezeichnungen erhalten: Granatlack, Marronlack, Dahlialack, Cochenillerot (unecht) oder Purpurlack. Unterschiede zwischen den einzelnen Lacken finden sich in der verwendeten Rotholzart, der Beize und eventuellen Beimischungen von anderen organischen Farbstoffen. Die Rotholzlacke dienten in wässerigen Bindemitteln gelöst als Farben für Tapeten und Buntpapiere, wurden aber auch als Malerfarben oder Druckfarben verwendet. Der Florentiner Lack ist eine Mischung von Rotholz und Karmin; dieser Lack wurde in der Kosmetik eingesetzt für Gesichtscremes und Lippenstifte.



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